Biomechanik · Bewegung verstehen
Eine Landung verstehen heißt, Bewegung und Bezugspartner auseinanderzuhalten. Folge der Animation vom Rückfuß zur Hüfte. Danach prüfst du, ob du eine Drehung im Raum von einer Gelenkrotation unterscheiden kannst.
Vier Kapitel · Gesamtfilm 3:59 Minuten · Einstieg frei, vollständige Lektion nach kostenloser Registrierung.
01 · Fuß: die Last aufnehmen
etabliert · schematisch veranschaulicht
Von hinten fällt zuerst die Eversion der Ferse auf. Das Fersenbein kippt gegenüber dem Sprungbein nach außen. Diese Ansicht zeigt jedoch nur einen Teil der Pronation. Im Modell kommen Auswärtsdrehung und Dorsalflexion des Fersenbeins gegenüber dem Sprungbein hinzu. Der Schwenk zur Innenseite macht einen zweiten Vorgang sichtbar: Der Unterschenkel neigt sich im oberen Sprunggelenk über den Fuß nach vorn. Zugleich kann das mediale Längsgewölbe unter Last flacher und länger werden. Pronation und Gewölbeverformung sind zusammen zu betrachten, aber nicht über ein festes Verhältnis ineinander umzurechnen. Die Fußbewegung im Film veranschaulicht diese räumlichen Zusammenhänge; sie ist keine gemessene Fußkurve der dargestellten Sprungstudie.
Vertiefende Quellen: Fukano et al. · Rückfußkinematik bei einer anderen Landungsaufgabe, Kelly et al. · Belastungsabhängige Gewölbeverformung, Sun et al. · Gewölbe und modellierte Plantarfaszienkräfte beim Laufen.
Du siehst die Ferse von hinten nach außen kippen. Zeigt diese Eversion die gesamte Pronation?
Die Landung im Zusammenhang
Die Figur folgt ausgewählten weiblichen Gruppenmedianen. Fußbewegung und Beckenmitbewegung sind schematisch; die Animation zeigt keine individuelle Messkurve.
Fuß: Bewegung wiederholen
02 · Zwei Arten, die Tibia zu betrachten
etabliert · schematisch veranschaulicht
Wenn sich die Tibia im Raum nach innen dreht, verändert sich ihre Ausrichtung gegenüber dem Boden. Dafür halten wir eine Bodenreferenz fest. Die Kamera darf ihren Standort verändern, ohne dass sich diese Referenz mitdreht. Ein Knierotationswinkel beantwortet eine andere Frage: Wie steht die Tibia gegenüber dem Femur? Bewegt sich das Femur mit, können räumliche Drehung und Gelenkrotation unterschiedlich ausfallen. Deshalb nennen wir bei jeder Rotationsaussage beide Bezugspartner. Die beim Laufen beobachtete Kopplung von Rückfuß und Unterschenkel liefert keinen festen Umrechnungsfaktor für die hier gezeigte Sprunglandung.
Vertiefende Quellen: Turner et al. · Knie und Hüfte bei einer beidbeinigen Sprungaufgabe, Pohl et al. · Fuß-Unterschenkel-Kopplung beim Laufen.
Du siehst, wie sich die Tibia gegenüber dem Boden nach innen dreht. Kannst du daraus die Rotation im Knie bestimmen?
03 · Beugung und Rotation an der Hüfte
etabliert · schematisch veranschaulicht
An der Hüfte ist das Becken die Referenz für das Femur. Die Seitenansicht zeigt, wie der Beugewinkel zwischen beiden zunimmt. In der schrägen Ansicht lässt sich die Rotation betrachten: Die ausgewählten Gruppenmediane verschieben sich von leichter Außenrotation in Richtung Neutralstellung beziehungsweise geringer Innenrotation. Eine anfängliche Außenrotationsstellung bedeutet also nicht, dass das Femur im weiteren Verlauf zunehmend nach außen drehen muss. Auch eine tibiofemorale Innenrotation legt die Richtung der Hüftrotation nicht allein fest. Beide Gelenke brauchen ihre eigene Beschreibung.
Vertiefende Quellen: Turner et al. · Knie und Hüfte bei einer beidbeinigen Sprungaufgabe.
Das Femur steht beim Bodenkontakt leicht außenrotiert. Was folgt daraus?
04 · Was die Animation zeigt
konzeptuell · Darstellungsmodell
Die Figur verbindet ausgewählte weibliche Gruppenmediane aus zwei Zeitpunkten zu einer kontinuierlichen Bewegung. Sie ist keine Aufnahme einer einzelnen Probandin. Die Männerwerte erscheinen zum Vergleich als Zahlen. Der betrachtete Abschnitt reicht vom Bodenkontakt bis zur Hälfte der Stützdauer; die gesamte Stützdauer endet mit dem erneuten Abheben. Die Fußbewegung und die räumliche Mitbewegung des Beckens ergänzen wir schematisch. Eine solche Darstellung hilft beim räumlichen Verständnis. Sie liefert weder einen persönlichen Sollwinkel noch eine Grenze, ab der eine Verletzung eintritt.
Vertiefende Quellen: Turner et al. · Knie und Hüfte bei einer beidbeinigen Sprungaufgabe.
Welche Aussage trifft auf den Film zu?
Weiterlernen: Muskeln und Faszien
Welche Rolle spielen die Muskeln, während die Gelenke nachgeben? Und was lässt sich aus der sichtbaren Bewegung über einzelne Gewebe ableiten?
Zur vertiefenden Textlektion →
Quellen und Modellgrenzen
Darstellung und Messwerte einordnen
Die Figur verbindet ausgewählte weibliche Gruppenmediane aus zwei Zeitpunkten zu einer kontinuierlichen Bewegung. Sie ist keine Aufnahme einer einzelnen Probandin. Die Männerwerte erscheinen zum Vergleich als Zahlen. Der betrachtete Abschnitt reicht vom Bodenkontakt bis zur Hälfte der Stützdauer; die gesamte Stützdauer endet mit dem erneuten Abheben. Die Fußbewegung und die räumliche Mitbewegung des Beckens ergänzen wir schematisch. Eine solche Darstellung hilft beim räumlichen Verständnis. Sie liefert weder einen persönlichen Sollwinkel noch eine Grenze, ab der eine Verletzung eintritt.
Vertiefende Quellen: Turner et al. · Knie und Hüfte bei einer beidbeinigen Sprungaufgabe, Fukano et al. · Rückfußkinematik bei einer anderen Landungsaufgabe, Pohl et al. · Fuß-Unterschenkel-Kopplung beim Laufen, Kelly et al. · Belastungsabhängige Gewölbeverformung, Sun et al. · Gewölbe und modellierte Plantarfaszienkräfte beim Laufen.
KI-gestützte 3D-Lehranimation und synthetische Stimme. Anatomie: Open3Dmodel / Z-Anatomy / BodyParts3D, bearbeitet, CC BY-SA 4.0. Lizenz und Herkunft.